Sechs mal zehn gemeinsame Jahre: Epernay/Ettlingen
Die Unterzeichnung des Elysée Vertrages durch die beiden Staatsoberhäupter Konrad Adenauer und Charles de Gaulle im Januar 1963 begründete vor 50 Jahren auf höchster politischer Ebene die deutsch-französischen Beziehungen. Bereits zehn Jahre früher, 1953, fand der erste Austausch zwischen Ettlingen und dem in der Champagne gelegenen Epernay statt, die zweitälteste deutsch-französische Städtepartnerschaft in Baden-Württemberg. Unzählige Begegnungen, Freundschaften und Ehen gab es in den zurückliegenden sechs Jahrzehnten in dieser lebendigen Städtefreundschaft. Das große Fest wird am Samstag, 22. Juni sein und Oberbürgermeister Johannes Arnold freut sich, dass die Stadt Gastgeberin für die Feierlichkeit ist. Doch das ganze Jahr 2013 wird unter dem Zeichen der deutsch-französischen Freundschaften stehen, was sich in unterschiedlichen Veranstaltungen sowohl an der Alb als auch an der Marne widerspiegeln wird.
Auftakt für das Jubiläumsjahr ist am 25. Januar eine Podiumsdiskussion in Epernay. Thema ist die Unterzeichnung des Elysée Vertrages am 22. Januar 1963. Es diskutieren Hervé Chabaud, Historiker und Chefredakteur der L’Union und Dieter Stöcklin, Ettlinger Zeitzeuge der deutsch-französischen Entwicklung und ehemaliger Französischlehrer am Eichendorff-Gymnasium. Anfang Mai wird Oberbürgermeister Arnold mit einer Delegation von Gemeinderäten und Amtsleitungen nach Epernay reisen, um die verschiedenen Strukturen und Ressorts miteinander bekannt zu machen. Ein besonderes Anliegen des Ettlinger Stadtoberhauptes ist die Teilnahme an den Gedenkfeierlichkeiten zum „Armistice“ dem Kriegsende am 8. Mai. Dieser Besuch wird nicht nur von Epernay als ein ausdruckstarkes Symbol für die tief verwurzelte Freundschaft zwischen beiden Städten gewertet. Ende Mai werden sich Ettlinger Stafettenläufer auf den Weg machen, um die Einladung zum offiziellen Festakt am 22. Juni zu überbringen. Ihre Ankunft in Epernay ist für den 1. Juni geplant, dem Tag des „marché européen“ an dem Epernays Partnerstädte, so auch Ettlingen“, mit Spezialitäten aus der jeweiligen Region auf sich aufmerksam machen. Ettlingen lockt die Genießer u.a. mit Schwarzwälderschinken und geräucherten Forellen.
Das Festaktwochenende steht ganz im Zeichen von Begegnung und Erinnerung. Neben dem eigentlichen Festakt wird es den Bücherflohmarkt an der Alb mit französischem Akzent geben auch das Watthaldenfestival wird die deutsch französische Freundschaft thematisch aufgreifen. Als wichtiger Bestandteil und Abschluss der Feierlichkeiten wird der ökumenische Gottesdienst auch an die wichtige Rolle der Kirche beim Versöhnungsprozess zwischen beiden Städten und Nationen erinnern.
60 Jahre und kein bisschen Pause, dies gilt für den Schüleraustausch, der die Realschulen und Gymnasien beider Städte in ununterbrochenem Kontakt hielt und noch hält. Mehrere Lehrergenerationen, unzählige Gastfamilien haben dazu beigetragen, diese Städtefreundschaft zu einer starken Verbindung zusammenwachsen zu lassen. Neue Kontakte im Jubiläumsjahr gibt es zwischen dem Ettlinger Jugendhaus Specht und Epernayer Jugendlichen. Hier plant man im Frühjahr eine gemeinsame Graffitisprayaktion.
Das zweite Halbjahr startet mit einem Auftritt der Ettlinger Musikschule in Rahmen der Veranstaltungsreihe „musiques d’été“ in Epernay. Die Europäische Meile beim Marktfest wird den 60. Geburtstag der deutsch französischen Freundschaft aufgreifen. Am 3. Oktober, zum Tag der deutschen Einheit ist der Gegenbesuch des Epernayer Bürgermeisters Franck Leroy mit einer Gemeinderats und Verwaltungsdelegation vorgesehen.
Ein gemeinsames Logo zum 60. Geburtstag wird auf Aktuelles und Interessantes aufmerksam machen.
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