Hier finden Sie das Video zum diesjährigen Wirtschaftsforum Summit:

Wirtschaftsforum Summit am 15. November 2023 im Grünhaus der Stadtwerke Ettlingen

Spannende Vorträge und Einblicke in Energiemaßnahmen der regionalen Wirtschaftsakteure

Herausforderungen des Energiemarktes richtig begegnen - Chancen rechtzeitig ergreifen

Ettlingen, 15. November 2023

Die Wirtschaftsförderung der Stadt Ettlingen hat am 15. November 2023 zum Wirtschaftsforum Summit im Grünhaus der Stadtwerke Ettlingen geladen. Der Einladung folgten zahlreiche (über)regionale Gäste und erhielten im Rahmen des Netzwerkformats Impulse und spannende Einblicke in Energiemaßnahmen zweier großer Wirtschaftsakteure aus Ettlingen.
 
Die Metallarbeitgeber in der Region Mittlerer Oberrhein – Enz kritisieren die fehlende Verlässlichkeit in der Klimapolitik. „Deutschland hinkt bei allen Ausbauzielen hinterher. Das Delta zwischen Ambition und Umsetzungspraxis beim Ausbau von Windturbinen und Photovoltaikanlagen, Übertragungs- und Verteilnetzen sowie Speichern und Backup-Kraftwerken wird täglich größer. Der Anstiegswinkel für die kommenden Jahre wird damit noch steiler – und irgendwann zu steil“, sagte die Geschäftsführerin der Südwestmetall-Bezirksgruppe Mittlerer Oberrhein - Enz, Cornelia Koch, am Mittwoch beim „Wirtschaftsforum Summit“ im Grünhaus der Stadtwerke Ettlingen.
Damit Baden-Württemberg – wie von der Landesregierung geplant – bis 2040 klimaneutral werden könne, brauche es deutlich mehr Wasserstoff als bislang angenommen, erklärte Koch. Laut einer in der vergangenen Woche veröffentlichten Bedarfserhebung des baden-württembergischen Umweltministeriums werde zwischen 2025 und 2040 doppelt so viel Wasserstoff benötigt als eine Unternehmens-Abfrage vor zwei Jahren ergab. „Zudem wird der Wasserstoff im Südwesten nun schon viel früher gebraucht als bislang gedacht. Ein schnellstmöglicher Anschluss an die europäischen Wasserstoffmagistralen ist deshalb essenziell für unser Bundesland“, unterstrich die Bezirksgruppen-Geschäftsführerin.
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat bei der Vorstellung der Pläne für das deutsche Wasserstoff-Kernnetz am Dienstag erklärt, sein Ministerium arbeite gerade mit Hochdruck an einem Wasserstoffbeschleunigungsgesetz. „Dies begrüßen wir natürlich ausdrücklich“, sagte Koch. „Angesichts der über fünfjährigen Verzögerungen bei den Strom-Übertragungsleitungen Ultranet und SuedLink bleiben aber dennoch Zweifel hinsichtlich des Tempos des Aufbaus des Wasserstoffnetzes. Es wäre also fahrlässig, alles auf eine Karte zu setzen.“ Parallel sei deshalb der Aufbau großskaliger Elektrolyseure an ausgewählten industriellen Standorten oder wesentlichen Netzknoten in Baden-Württemberg erforderlich. „Dies sollte genauso forciert und unterstützt werden wie der Pipeline-Ausbau“, forderte sie.
Neben dem Bau von Wasserstoff-Pipelines komme auch dem Ausbau der Mittel- und Niederspannungs-Stromverteilnetze in Baden-Württemberg eine große Bedeutung zu, sagte die Arbeitgebervertreterin: „Die Integration größerer dezentraler Erneuerbare-Energien-Anlagen bringt die Aufnahmefähigkeit der Verteilnetze bereits heute an ihre Grenzen. So mussten schon Anträge für den Bau von Erneuerbaren Energieerzeugungsanlagen wegen fehlender Netzkapazitäten abgelehnt werden.“
Der Netzausbau drohe zum Flaschenhals der Energiewende im Südwesten zu werden warnte Koch: „Die Notwendigkeit des Netzausbaus als wichtiger Teil der Energiewende muss deshalb noch stärker in den Fokus gerückt werden. Denn die Verteilnetz-Infrastruktur ist das Rückgrat einer sicheren und zuverlässigen Energieversorgung in Baden-Württemberg.“
Die nachfolgenden Präsentationen von Vertretern zweier Ettlinger Unternehmen, Liebherr und Bruker, verdeutlichten Möglichkeiten nachhaltigen Wirtschaftens zur Einsparung von Energie. Philipp Lenz, Mitglied der Geschäftsleitung von Liebherr Ettlingen, zeigte am Beispiel eines Bergbaubaggers, wie durch die Wiederaufarbeitung von Teilen statt deren Austausch als Geschäftsmodell erhebliche Einsparungen von Geld, Material und CO2 möglich sind und betonte hierbei, dass “Remanufacturing, der Premium-Service der Kreislaufwirtschaft, Teil des Beitrages von Liebherr zur Reduktion von Ressourcen und Emissionen“ ist.
 
Alexander Schmalz, Head of Global Facility Management von Bruker BioSpin, präsentierte eine innovative Perspektive auf die industrielle Energiewende. Durch moderne Neubauten und durch Nutzung von Photovoltaik-überdachten Parkplatz- sowie Dachflächen konnte der Anteil an regenerativen Energieträgern erheblich gesteigert werden. Die Photovoltaik-Anlage deckt ca. 30% des Energiebedarfes ab. Ebenfalls tragen die am Wirtschaftsforum vorgestellten Maßnahmen dazu bei, dass Bruker heute nur noch etwa ein Drittel der früheren Ölmenge verbraucht. Der Bau einer Heliumrückgewinnungsanlage ermöglicht eine Rückführung und Wiederaufbereitung von eingesetztem Heliumgas und kann als Puffer bei Versorgungsengpässen genutzt werden. Alexander Schmalz gewährte Einblicke in den Zeithorizont für energetische Maßnahmen und betonte hierbei, dass „die Dauer für Planung und Umsetzung sieben Jahre und mehr beträgt und deshalb eine vorausschauende Projektierung erfordert. Dies bedarf ein tragfähiges Netzwerk in der Region.“
 
Der diesjährige Gastgeber des Wirtschaftsforum Summit Steffen Neumeister, Geschäftsführer der Stadtwerke Ettlingen, freute sich über die „wichtigen Gespräche beim regen Netzwerken aller Akteure“ in seinem Hause. Oberbürgermeister Johannes Arnold stellte die Signifikanz durch Unternehmen in Ettlingen heraus, die - neben den Gewerbesteuerzahlungen - auch „positive Synergien für die Kernstadt durch Belebung und der dortigen Gastronomie sowie dem lokalen Einzelhandel schaffen“, so Arnold bei seiner Ansprache. Der Dialog zwischen Industrie, Politik und lokaler Verwaltung bleibt entscheidend, um gemeinsam zukunftsweisende Wege zu beschreiten.
Die beiden diesjährigen Wirtschaftsforen der Stadt Ettlingen schafften neben dem Dialog eine Plattform für vielseitige Einblicke in die aktuellen Herausforderungen und konkrete Lösungen im Energiemarkt für Unternehmen unterschiedlichster Branchen.
 
 
Medienkontakt Stadt Ettlingen:
Inga Giertz             
Leitung der Wirtschaftsförderung
 
E-Mail: inga.giertz@ettlingen.de
 
Über die Wirtschaftsförderung der Stadt Ettlingen
Die Wirtschaftsförderung der Stadt Ettlingen forciert durch Schnittstellenarbeit zwischen Behörden, überregionalen Institutionen und den lokalen Unternehmen den aktiven Austausch. Durch die #NEttzwerk-Formate werden durch Multiplikatorinnen und Multiplikatoren konkrete Mehrwerte für lokale Unternehmen auf Basis der Zusammenarbeit und durch Entwicklung von gemeinsamen Zielen geschaffen.
 
Über Südwestmetall
Die Bezirksgruppe Mittlerer Oberrhein - Enz ist eine von 13 Bezirksgruppen des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg e. V. – Südwestmetall.
Das Gebiet der Bezirksgruppe erstreckt sich über die Region Mittlerer Oberrhein, die die Stadtkreise Karlsruhe und Baden-Baden, die Landkreise Karlsruhe und Rastatt umfasst.
Zur Bezirksgruppe gehören des Weiteren die Stadt Pforzheim und der Enzkreis.
Die Bezirksgruppe Mittlerer Oberrhein - Enz betreut 75 Unternehmen mit rund 49.600 Beschäftigten im Verband Südwestmetall.
 
Über Liebherr-Ettlingen GmbH
Die Liebherr-Ettlingen GmbH beschäftigt rund 170 Mitarbeitende und ist als Reman-Kompetenzzentrum auf die industrielle Aufarbeitung von gebrauchten Antriebskomponenten spezialisiert. Dabei können, verglichen mit der Neuteilfertigung, bis zu 70% Material und 50% Emissionen eingespart werden.
Zum Portfolio gehören Motoren, Hydraulikkomponenten, Getriebe, Seilwinden und kleinere Ersatzteile. Diese kommen in den verschiedensten Bau- und Umschlagmaschinen, Kränen und Mininggeräten der Firmengruppe Liebherr zum Einsatz.
 
Über die Bruker Corporation:
Bruker ermöglicht es Wissenschaftlern, bahnbrechende Entdeckungen zu machen und neue Anwendungen zu entwickeln, die die Qualität des menschlichen Lebens verbessern. Die leistungsstarken wissenschaftlichen Instrumente und hochwertigen analytischen und diagnostischen Lösungen von Bruker ermöglichen es Wissenschaftlern, Leben und Materialien auf molekularer, zellulärer und mikroskopischer Ebene zu erforschen.
Die mehr als 8500 Mitarbeiter von Bruker an über 90 Standorten ermöglichen es Wissenschaftlern, bahnbrechende Entdeckungen zu machen und neue Anwendungen zu entwickeln, die die Lebensqualität der Menschen verbessern. Mit über 1000 Mitarbeitern ist Ettlingen der größte und macht Bruker zum größten Arbeitgeber in der Region.
 
 
Fotos: Rabea Strauch









     
     
     
    
     

Die Key Note Speaker des Abends

CORNELIA KOCH
GeschäftsführerinSüdwestmetallBezirksgruppe Mittlerer Oberrhein - Enz

Cornelia Koch ist Fachanwältin für Arbeitsrecht und arbeitet bei Südwestmetall, dem Verband der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg e.V.
Als Geschäftsführerin der Bezirksgruppe Mittlerer Oberrhein – Enz mit Sitz in Ettlingen leitet sie seit Oktober 2017 ein Team erfahrener Arbeitsrechtler und Verbandsingenieure, das die Mitgliedsunternehmen in allen Fragen des Arbeits- und Sozialrechts sowie der Betriebsorganisation unterstützt. Sie verfügt über profunde Kenntnisse und Erfahrungen im deutschen Individual- und Kollektivarbeitsrecht, Sozialrecht sowie der Legal Compliance. Sie ist auch als Trainerin im Bereich Arbeitsrecht und Compliance tätig. Bevor sie 2017 wieder zu Südwestmetall zurückkehrte, wo sie Mitte der 1990er Jahre ihre Karriere begonnen hatte, war sie 9 Jahre bei SAP in verschiedenen, auch leitenden Funktionen auch mit internationalen Zuständigkeiten tätig und hat so ein vertieftes Verständnis für das Finden und Umsetzen von Lösungen im Unternehmen entwickelt.
In ihrer Freizeit ist sie gerne sportlich mit Rennrad, Mountainbike oder zu Fuß unterwegs und verbringt die Abende gerne mit Familie und Freunden bei einem guten Essen oder im Theater.

PHILIPP LENZ  Mitglied der GeschäftsleitungLiebherrEttlingen
   Philipp Lenz ist am Standort Ettlingen Business Unit Leiter des globalen Remanufacturing Programms der Komponentensparte bei Liebherr. Das Familienunternehmen mit seinem breiten Produktportfolio arbeitet an verschiedenen Standorte weltweit Elektronikkomponenten, Ersatzteile, Getriebe Hydraulikkomponenten, Verbrennungsmotoren und Zylinder auf. Seit inzwischen bald 9 Jahren bei Liebherr leitete der studierte Wirtschaftsingenieur zuvor den Vertrieb für Grossmotoren. Zuvor arbeitete Herr Lenz für fast 7 Jahre im Vertrieb von Motoren und Kompressoren der MAN-Gruppe in Deutschland, Kanada und der Schweiz.

ALEXANDER SCHMALZ Head of Global Facility Management BRUKERBBIO

Abschluss an der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Albstadt-Sigmaringen (Abschluss Dipl.-Wirtsch.-Ing (FH), Dipl. Facility Manager (GEFMA), Industriekaufmann)Projektingenieur / Projektpartner für PPP - Projekte Key Account Manager im Bereich Instandhaltung von Justizvollzugsanstalten und Versammlungsstätten. Head of Facility Management BBIO – Zuständig für Standorte in Deutschland, Frankreich und die Schweiz.




















Ihre Ansprechpartner

Sollten Sie Fragen oder Presseanfragen zum Wirtschaftsforum Summit 2023 haben, kontaktieren Sie die Organisationsleitung.

Inga Giertz, Wirtschaftsförderung
Kämmerei, Stadt Ettlingen
Erwin-Vetter-Platz 2c
76275 Ettlingen







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