„Sie sind das Fundament für unsere Sicherheit"
Auch wenn in im zurückliegenden Jahr kein Unwetter und kein Hochwasser gab, gab es dennoch Einsätze, die die Frauen und Männer mental und physisch an ihre Grenzen brachte, wie das brennende Autohaus in Ettlingen, wo zwar eine schwer verletzte Person geborgen werden konnte, die jedoch ihren Verletzungen in der Spezialklinik in Ludwigshafen erlag, hob Kommandant Martin Knaus bei der Begrüßung zur Jahreshauptversammlung der Gesamtwehr im Spechtwaldsaal in Spessart heraus. Und für die Wehr, war der Einsatz höchst gefährlich durch die Öle, Benzin und Lacke. Waldbronn, Rheinstetten, Malsch halfen ihren Ettlinger Kameraden, die alle hernach durch die Notfallseelsorge Hilfe erfuhren. Und als wäre dieser Einsatz nicht schon fordernd und für uns normal Sterblichen erschütternd, kam es auf der Albtalstrecke zu einem Frontalzusammenstoß. Ein Acht- und ein Zehnjähriges Kind starben vor Ort, ein Sechsjähriger überlebte, betreut durch Feuerwehrfrau Annika Krewedell bis zum Krankenhaus. Auch „hartgesottene Männer brauchten hernach Gespräche, um wieder ins Lot zu kommen“, so Kommandant Martin Knaus. Er erinnerte an die Gewitterzelle über Bruchsal, die den Salbach innerhalb kürzester Zeit von zehn Zentimetern auf 2,50 Meter anschwellen ließ. 500 Rettungskräfte waren im Einsatz, alle Abteilungen aus Ettlingen waren unterstützend vor Ort. Mehrere Millionen Schaden entstanden.
Oberbürgermeister Johannes Arnold warf den Blick zurück auf die Kollision eines Tanklastzugs mit einer AVG in Zeutern. Hier werden jetzt Vorwürfe laut, nicht schnell genug die Menschen gerettet zu haben. Diese Vorwürfe könne er in keiner Weise verstehen, die Wehr habe alles getan, um die Menschen aus der Bahn zu befreien. Die Wehr ist für andere da und stellt bisweilen ihre eigene Sicherheit hintan. Deshalb stelle er sich schützen vor die Männer und Frauen, die mit Bildern konfrontiert werden, die keiner von uns erleben, geschweige sehen möchte. Zugleich machen diese schweren Einsätze deutlich, wie sicher und wie gut die Wehren im Landkreis zusammenarbeiten, wie sie trainiert ist. Wie gut sie auch ausgestattet ist an Material und Fahrzeugen.
Mit Blick auf die Feuerwehrkameraden unterstrich der Rathauschef, Ihr Ehrenamt geht oft zu Lasten der Familie oder anderer schöner Dinge. Dies können nur funktionieren, wenn die Kameradschaft funktioniert, wenn sie gut ist. Und die entstehen durchs gemeinsame Üben, aber auch durchs gemeinsame Feiern. Die Gemeinschaft unterstreiche zudem das Polo, eine kleine Wertschätzung durch die Stadt wie auch der freie Bädereintritt. Was ihn freue, dass die Verbindungen zu Epernay wieder stark sind, ob bei den Aktiven oder auch bei der Jugend.
Apropos Jugend -Er ist sich sicher, dass auch beim Kreisjugendzeltlager, bei dem rund 2 000 Kinder und Betreuer im Horbachpark kampieren werden vom 18. bis 22. Mai, sich genügend Hände finden, die mithelfen.
Und beim Thema Feuerwehrhaus Berg im Gewann Unterer Henkling betonte Arnold, hier haben die drei Wehren weit über den Tellerrand geblickt, die gut harmonieren und deren Jugend zusammen trainiert. Er merkte auch an, Gutachten, Stichwort Lärm“, dienen dazu, dass es keine Probleme gibt. Der Ausschuss für Umwelt und Technik habe die Türen aufgestoßen, durch die der Gemeinderat gehen werden. Und falls die Informationslage nochmals diffus sein sollte, dann kommt zu mir, meine Türen stehen ebenso offen, wie jene des Bürgermeisters oder von Ordnungsamtsleiter Sitzler. Ein Gespräch ist durch nichts zu ersetzen. Um nochmals deutlich zu machen, „Sie sind das Fundament für unsere Sicherheit“.
Dass es zwischen den drei Wehren Schluttenbach, Schöllbronn und Spessart passe, hob auch nochmals Fabian Keller, 2. Stellvertretender Kommandant heraus. Ihre Ideen und Raumplanungen wurden vollumfänglich umgesetzt, was keine Selbstverständlichkeit sei. „Die Kameraden betrachten das Haus bereits als ihr Haus“, so Keller. Der anschließend noch statistische Zahlen aufführte: Die Freiwillige Feuerwehr zählt 411 Köpfe, davon 88 in Jugendwehr und 256 Frauen und Männer in den Einsatzabteilungen, 67 sind in der Alters- und Seniorenabteilung.
397mal wurden die Wehr alarmiert und wie zurückliegend, ragen die Hilfeleistungen mit 220 Einsätzen heraus, sprich Türen öffnen 75mal, wenn Person in Not ist oder Einsatz bei Wind/Schnee 27 Einsätze oder bei Wassernot 19mal, um einige wenige zu nennen. 49 Brände darunter ein Großbrand mußte die Wehr bekämpfen, von den 94 Fehlalarmierungen kamen 66 durch Brandmeldeanlagen. 32mal leistete die Wehr Überlandhilfe und ein Gefahrstoffeinsatz gab es 2024.
Fünf Personen waren bei den Brandeinsätzen betroffen, die zum Glück alle gerettet werden konnten. Lebensretter waren die Frauen und Männer der Ettlinger Wehr für 64 Menschen, für 16 kam leider jede Hilfe zu spät. Er erwähnte auch den Digitalfunk als Ersatz für den Analogfunk, eine Einweisung war hier unentbehrlich.
Unentbehrlich ist weder der Nachwuchs noch die älteren Kameraden, zusammen sind sie unschlagbar. Deshalb konnte dann auch OB Arnold zusammen mit Knaus Josef Ochs, Abteilung Oberweier, für 60 Jahre ehren, sein Steckenpferd ist die Geschichte, deshalb hat er auch mehr als eine Stunde in die Sanierung der historischen Spritze gesteckt, den Sibyllataler in Silber.
Klaus Schosser, Ehrenmitglied der Abteilung Bruchhausen blickt auf 70 Jahre bei der Wehr, wo sich sein Wunsch, anderen zu helfen und sein technisches Interesse sich ideal verbunden haben. Er erhielt den Sibyllataler in Gold.
Zuvor hatten schon Simone Speck, Kreisjugendwartin in Vertretung für den Kreisbrandmeister 11 Kameraden auszeichnen können, um auch ihnen zu danken, für ihren selbstlosen Einsatz. Die Ehrung durch das Land in Bronze für 15 Jahre Dennis Maier Bruchhausen sowie René Gattner beide Oberweier, in Silber für 25 Jahre Jochen Stoll und Simone Speck, beide Bruchhausen sowie Markus Merz Ettlingen-Stadt, in Gold für 40 Jahre Oliver Haunschild, Bruchhausen, Thomas Lumpp Ettlingenweier, Matthias Dürr Oberweier und Daniel Bartelme Schluttenbach, in Gold mit besonderer Ausführung für 50 Jahre Thomas Philipp Bruchhausen.