Das größte Wohnzimmer der Stadt zum Lesen, Entspannen und Arbeiten
Sie liegt im Herzen der Stadt und ist zugleich das größte Wohnzimmer, in dem sich jeder wohlfühlen kann, egal ob mit oder ohne Leseausweis, egal ob Schüler oder Senior oder Familie: die Stadtbibliothek. Wir sind ein offenes Haus für alle, unterstrich denn auch Bibliotheksleiterin Christine Kratschmann im Beisein ihres ganzen Teams beim Pressetermin zur Jahresbilanz. Dass wir ein beliebter Ort sind spiegelt sich in den 70 800 großen und kleinen Besuchern wider, die 2024 in die Bibliothek, jeden Tag rund 285 Personen, die nicht immer nur ein Buch ausleihen wollten, gerade Schüler nutzen das freie WLAN oder die Sitzgelegenheiten. Die Dauer des Aufenthalts und die Häufigkeit der Besuche nehmen zu, ließ Kratschmann wissen.
Fast gleichmäßig verteilt sind die Altersgruppen bei den Kunden, 4 847 an der Zahl. Die Ausleihe liegt bei 245 647, zwei Drittel davon entfallen auf Kinder- und Jugendmedien, hier bedarf es auch einer Erweiterung im Printbereich. Nach oben ging die E-Ausleihe um sechs Prozent auf 49 551 Ausleihen. Ettlingen liegt hier mit an der Spitze, wobei es das Team freut, dass nur elf Prozent ausschließlich digitale Nutzer sind, das Buch es lebt und ist vital.
Für Lesenachwuchs sorgt die Bibliothek durch ihre Führungen oder Autorenbegegnungen, zu denen sie Kindergärten und Schulklassen einladen. Insgesamt 64 Gruppen respektive Klassen waren es zurückliegend.
Und neben diesem ganz normalen Geschäft kam im vergangenen Jahr noch ein richtig dicker Brocken dazu, mit dem der Büchertempel den digitalen Weg einschlägt. Die Selbstverbuchung. Bevor der erste Leser am Terminal seine Bücher einbuchen konnte, galt es die Arbeitsprozesse genau zu überdenken und dann wurden tatsächlich alle 45 000 Medien in die Hand genommen, um sie mit dem Buchungsscanner zu versehen. Wir nutzten die Gelegenheit für eine Sichtung und die Pflege des Bestands, gerade im Sachbuchbereich haben wir einiges aussortiert, was auch nicht mehr ausgeliehen wird. Verschwunden sind auch die Musik-CDs, sie waren nicht mehr gefragt, weil die Abspielgeräte zu Hause nicht mehr vorhanden sind. Dafür sind die Tonies der Renner wie auch Brettspiele.
Und Bilderbücher werden nicht alt, sie können vielleicht zerlesen sein nach 150 Ausleihen, aber hier wird stets für Nachschub gesorgt, denn die Kleinen sind unsere Kunden von morgen. Das bestätigte auch der Leiter des Amtes für Bildung, Familie, Jugend und Senioren Sebastian Becker, zu dessen Amt die Bibliothek gehört. Als Kind sei er hier oft gewesen und während des Studium war er dankbar für die Einrichtung einer Bibliothek.
Sie ist eine gesellschaftliche Notwendigkeit. Wir werden gemeinsam zukunftsgerichtete Konzepte entwickeln, um so auch die Finanzmittel der Bibliothek zu steigern. Der Medienetat liegt bei 57 000 Euro, 11 000 Euro fließen in die Veranstaltungen, in diesem Jahr etwas mehr wegen den Landesliteraturtagen. Konnten wir früher rund 3 700 Medien anschaffen, sind es heute nur noch 3 000 Stichwort Preissteigerungen, so Kratschmann.
Beim Blick in die Zukunft unterstrich die Bibliotheksleiterin, wir sehen uns als modernes attraktives Wohnzimmer der Stadt, die Anpassung bzw. Erweiterung der Öffnungszeiten werden wir prüfen und für erweiterte Zugangsmöglichkeiten sind technisch-digitale Rahmenbedingungen zu schaffen.
Das Motto der Bibliothek leihen statt kaufen will man ausdehnen auf Gegenstände, die selten gebraucht werden oder die man zunächst testen möchte. Doch das ist noch Zukunftsmusik. In naher Zukunft beginnen die Literaturtage. Bei uns findet am 22. März nach dem Poetry Slam Workshop am Abend die Show statt, am 3. April kommt Annette Pehnt mit „Die schmutzige Frau“. Und am 4. April steigt die „Nacht der Bibliotheken“ mit Quiz, Spielen und Kurzweil und dem Wortakrobat Marcus Jeroch.
Klar im Sommer darf das Lesebingo nicht fehlen, das lieben die Kinder und Jugendlichen, so Bettina Haberstroh, und nicht zu vergessen der Vorlesesommer.
Und dazwischen gibt es noch das After Work Buchcasting oder die Vorlesestunden für Kinder.
Das größte Wohnzimmer der Stadt ist dienstags, donnerstags und freitags von 12 bis 18 Uhr, sowie mittwochs von 10 bis 18 Uhr und samstags 10 bis 13 Uhr.