Self Service Kino Ciné Eck für Jugendliche und Erwachsene
Als „Soft-Start“ bezeichnete Oberbürgermeister Johannes Arnold die Auftaktveranstaltung des neuen Angebots in den Räumen des ehemaligen K26-Begegnungsladens in der Kronenstraße 26. Wo zuvor Deutschkurse und integrative Begegnungsprojekte stattfanden, ist durch einen Umbau ein neues Self-Service-Kino für alle mit 19 bequemen Kinosesseln entstanden, dem Jugendliche aus der Stadt in einem Beteiligungsworkshop den Namen ‚Ciné Eck‘ gegeben haben nebst Logo.
Zahlreiche Gemeinderäte und Jugendgemeinderäte, Vertreterinnen und Vertreter beteiligter Ämter hatten sich eingefunden, um das Ergebnis der Umgestaltung zu begutachten. In den kommenden Tagen bis zum Ende der Faschingsferien wird die Anlage nochmals auf Herz und Nieren getestet, damit alles läuft, wenn die Kino- und Gamingfreunde jeglichen Alters das neue Angebot erkunden dürfen.
Der Impuls zum Kino ohne Personal kam von einem Besuch in der Stadt Ahaus, berichtete der OB. Dort gibt es das Angebot schon länger, als dann beim Jugendhearing 2022 im Specht der Wunsch der jungen Leute nach einem selbstverwalteten Jugendraum zum Chillen und Gaming aufkam, rückte das Kino ‚ohne‘ in den Mittelpunkt der Überlegungen. Im Gemeinderat wurde von der ehemaligen Ortsvorsteherin Ettlingenweiers, Elisabeth Führinger, die Idee geboren, einen Raumtausch vorzunehmen, davon profitiert nun auch der Begegnungsladen. Denn der ursprüngliche Plan, das K26 barrierefrei umzubauen, wäre unglaublich kompliziert und teuer geworden.
Sozialarbeiter Leon Singer vom Amt für Bildung, Jugend, Familie und Senioren, bei dem unter anderem die Fäden fürs Kino zusammenlaufen, berichtete von gesteigertem Zulauf zum nunmehr barrierefreien Begegnungsladen im Weißenburger Hof.
Das innovative Kino wird gegen eine geringe Gebühr von 6 Euro/Stunde über die App „Chayns“ gebucht, die man auch z.B. für den digitalen Dorfladen Oberweier nutzt, dann steht dem Filmabend oder dem Zock-Nachmittag nichts mehr im Wege, das Programm gestalten die Nutzer (auch Erwachsene) selbst nach dem Motto „bring your own device“ als Quelle, z.B. das Smartphone mit Netflix, Prime Video, Disney+ und Co., DVD- oder Blu-ray-Player, Spielkonsole, Tablet oder Laptop. „Natürlich gibt es Regeln, die in der Hausordnung festgehalten sind und deren Einhaltung durch Stichproben geprüft wird“, merkte der OB an; verantwortlich sei immer der, der bucht. Er dankte sämtlichen Beteiligten, allen voran Vater und Sohn Neumann, Betreiber des Kinos Kulisse, die „das neue Kino als Ergänzung ihres Standortes sehen“ und die Anlage technisch betreuen. Dank galt auch Leon Singer stellvertretend für alle Ämter, sowie den Planern und Handwerkern. Das Ciné Eck wird montags bis freitags bis 21.45 Uhr geöffnet sein, Samstag von 10 bis 21.45.
Nebenan, separat zugänglich, gibt es eine weitere Neuerung: den selbstverwalteten Jugendraum. Er ist in Bälde Montag bis Freitag 13 bis 21.45 Uhr zugänglich, in den Ferien auch früher. Noch fehlts am Tischkicker und an Ausstattung, das wird aber bis 14. März alles kommen. Ein weiterer Raum wird ruhigerem Arbeiten dienen, Hausaufgaben, Besprechungen des Jugendgemeinderats etc. „Ein schönes Beispiel auch für Leerstandsmanagement“, sagte der OB mit Blick auf Citymanagerin Nicole Bär, denn der Umbau wurde auch mit Mitteln aus dem ZIZ gefördert (siehe auch Seite 10). Kofinanziert wird das Ciné Eck über das Förderprogramm NIS für nichtinvestive Städtebauförderung, damit werden z.B. Projekte zur Betreuung von Kindern und Jugendlichen in der Freizeit unterstützt.